Apherese-Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie
Der Apherese-Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie dient der Förderung und Auszeichnung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der extrakorporalen Blutreinigung und Plasmatherapie, insbesondere der Therapeutischen Apherese.
Förderung wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der extrakorporalen Blutreinigung
Mit der Vergabe sollen sowohl Forschungsergebnisse aus der klinischen Anwendung extrakorporaler Therapieverfahren als auch grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse, die den Einsatz extrakorporaler Verfahren bei Erkrankungen begründen oder zukünftig möglich erscheinen lassen, ausgezeichnet werden.
Preis der Hans- und Marlies-Stock-Stiftung
Der Preis wird von der Hans- und Marlies-Stock-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Deutschen Stiftungszentrums des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V. gefördert. Der Apherese-Innovationspreis wird in zweijährigem Turnus von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie ausgelobt. Zu Regularien, Informationen zu notwendigen Unterlagen und der Adresse für die Bewerbung erhalten Sie bei der Gesellschaft für Nephrologie Auskunft.
Apherese-Innovationspreises 2022 in Berlin verliehen
In diesem Jahr wurde der Preis an Dr. Christina Taylan, Uniklinik Köln und PD Dr. Julia Thumfart, Charité Berlin für ihre Studienergebnisse zur Sicherheit der Therapeutischen Apherese bei Kindern und Jugendlichen verliehen. Die Analyse von mehr als 4.000 Apherese-Sitzungen zeigte eine hohe Sicherheit sowohl des Plasmaaustausches (PA) als auch der Immunadsorption (IA) über ein breites Krankheitsspektrum hinweg. Die Nebenwirkungen waren meist geringfügige Ereignisse. Aufgrund der geringeren Nebenwirkungsrate sollte die IA bei Kindern und Jugendlichen dem PA vorgezogen werden. Die Einrichtung eines prospektiven Apherese-Registers zur Verbesserung der Datenqualität und weiteren Analysen zur Sicherheit und Wirksamkeit der Apherese in den pädiatrischen Patientengruppen wurde vorgeschlagen.
- Taylan C, ..., Thumfart J. Safety of Therapeutic Apheresis in Children and Adolescents. Front Pediatr (2022) 10: 850819.
Die Preisverleihung erfolgte am 8. Oktober 2022 in Berlin im Rahmen der 14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.
Ansprechpartner:
Bisher mit dem Apherese-Innovationspreis ausgezeichnete Arbeiten
2020
Hagmann H: Die Präemlampsie ist eine potentiell lebensbedrohliche Multisystemerkrankung, von der 4-8 % der schwangeren Frauen nach der 20. Schwangerschaftswoche betroffen sind. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein spezifischer Adsorber für den löslichen Faktor sFlt-1 entwickelt, der als Zielsubstanz bei dieser Erkrankung diskutiert wird. Die Unersuchung der klinischen Wirksamkeit ist Gegenstand aktueller Studien.
- Matin M, ... Hagmann H. Affinity-Enhanced Multimeric VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) and PlGF (Placental Growth Factor) Variants for Specific Adsorption of sFlt-1 to Restore Angiogenic Balance in Preeclampsia. Hypertension (2020) 76: 1176-1184.
2018
Metz I, Stork L: In der Studie konnte gezeigt werden, dass das Ansprechen auf die Apherese-Behandlung mit immunpathologischen Mustern assoziiert ist. Patienten mit den Mustern "1" und "2" verbesserten sich klinischnach einer Apherese-Behandlung, aber Muster-"2"-Patienten, die Anzeichen einer humoralen Immunantwort zeigten, profitierten am meisten.
- Stork et al. Differences in the reponses to apheresis therapy of patients with 3 histopathologically classified immunopathological patterns of multiple sclerosis. JAMA Neurol (2018) 75: 428-435.
2015
Prüß H, Finke C: Nachweis von Autoantikörpern, die an synaptische Strukturen des zentralen Nervensystems binden und die Definition Autoantikörper-assoziierter Enzephaltiden als neuer Krankheitsgruppe, dadurch eine wesentliche Verbesserung der Therapie
- Finke et al. Functional and structural brain changes in anti-N-methyl-D-aspartate receptor encephalitis. Ann Neurol (2013) 74: 284-296.
2013
Pütz G: Extrakorporale Elimination nicht im Tumor aktiver liposomaler Zytostatika aus dem Plasma mittels Doppelfiltrations-Plasmapherese (DFPP)
- Pütz et al. Elimination of liposomes by different separation principles used in low-density lipoprotein apheresis. Ther Apher Dial (2008) 12: 2-12.
2009
Mösges R: Kontrollierte randomisierte Multicenter-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit der Rheopherese bei Hörsturz
- Mösges et al. Rheopheresis for idiopathic sudden hearing loss: results from a large prospective, multicenter, randomized, controlled clinical trial. Eur Arch Otorhinolaryngol (2009) 266: 943–953.
Jaeger B: Wirksamkeit der Lipidapherese bei Lp(a)-Hyperlipoproteinämie
- Jaeger BR et al. Longitudinal cohort study on the effectiveness of lipid apheresis treatment to reduce high lipoprotein(a) levels and prevent major adverse coronary events. Nat Clin Pract Card Med (2009) 6: 229-239.
2007
Donauer J: Weiterentwicklung und Standardisierung einer Methode zur blutgruppeninkompatiblen Nierenlebendspende unter Einsatz der Immunadsorption
- Donauer J et al. AB0-incompatible kidney transplantation using antigen-specific immunoadsorption and rituximab: a single center experience. Xenotransplantation (2006) 13: 108-110.
Böhmig G: Einsatz der Immunadsorption bei hochimmunisierten Nierentransplantatempfängern und bei akuter antikörpervermittelter Abstoßung
- Böhmig G et al. Immunoadsorption in severe C4d-positive acute kidney allograft rejection: a randomized controlled trial. Am J Tranplant (2007) 7: 117 -121.
2005
Dragun D: Charakterisierung Angiotensin-II-Rezeptor-aktivierender Antikörper bei Nierentransplantatabstoßung
- Dragun D et al. Angiotensin II type 1-receptor activating antibodies in renal-allograft rejection. N Engl J Med (2005) 352: 558-569.
2002
Müller J, Wallukat G: Immunadsorption bei dilatativer Kardiomyopathie (DCM)
- Müller J, Wallukat G et al. Immunoglobulin adsorption in patients with idiopathic dilated cardiomyopathy. Circulation (2000) 101: 385-391.
Suckfüll M: Fibrinogen-LDL-Apherese bei Hörsturz
- Suckfüll M. Fibrinogen and LDL apheresis in treatment of sudden hearing loss: a randomised multicentre trial. Lancet (2002) 360: 1811–1817.